Archiv der Kategorie: Stadt

Leipzig Protestatlas

Publikations- und Kartierungsprojekt zusammen mit Reinhard Krehl, niko.31 (Leipzig) und Jan Wenzel, Spector Books (Leipzig), 12/2004 bis 06/2005

»Sobald man geografische, ökonomische oder demografische Daten kartiert, handelt man politisch, weil man notwendigerweise eine Auswahl treffen muss«, schreibt der Kartograf Philippe Rekacewicz. Karten sind seit jeher Instrumente der Raumbeherrschung. Sie versammeln Wissen über ein meist klar abgegrenztes Territorium, dienen der Orientierung und sind Voraussetzung für bestimmte Handlungen in diesem Raum. Vor diesem Hintergrund entstand ein Atlas lokaler Protestbewegungen Leipzigs.

Räumlich gesehen ist städtischer Protest eine Form der Handlung, die in der Regel nicht über einen eigenen Ort verfügt, sondern temporär in den Raum der Anderen, der Herrschenden eindringt und dort Regeln außer Kraft setzt. Leipzig Protestatlas dokumentiert und visualisiert räumliche und zeitliche Dimensionen lokaler Protesthandlungen. Auf zwei Überblickskarten werden symbolträchtige Protestorte markiert, auf kleinmaßstäblichen Karten werden die Zusammenhänge zwischen Orten und konkreten Protesthandlungen sichtbar gemacht und die Choreografie von Protestereignissen visualisiert.

Die Publikation umfasst 144 Seiten mit 6 ausklappbaren Karten und Texten u. a. von Dieter Rink und Kai Vöckler.

Download: Flyer Protestatlas – Übersichtskarte

»Wir sind die Stadt!« Kulturelle Netzwerke und die Konstitution städtischer Räume in Leipzig

Dissertationsprojekt: 10/2002–10/2007

Im Mittelpunkt der empirischen Studie »Wir sind die Stadt!« stehen die raumkonstituierenden Alltagspraktiken von Angehörigen der creative industries in Leipzig. Grundlage dafür war eine, an der Forschungsmethodik der Chicago School orientierte ethnographische community study.

Die Studie führt zunächst in die gesellschaftlichen Problemverschiebungen der letzten Jahrzehnte ein. Entlang der Kategorien »Stadt«, »Raum«, »Ökonomie« und »Kultur« wird ein eigenes Verständnis räumlicher Vergesellschaftung entwickelt. Vor dem Hintergrund der offiziellen Inszenierung Leipzigs als einer Stadt der schlummernden Potentiale (»Dornröschen-Motiv«) werden Orte der Popkultur und der zeitgenössischen Kunst im öffentlichen Raum sowie deren Akteure in »dichten Beschreibungen« vorgestellt. 

Die Arbeit macht deutlich, wie räumliche (An)Ordnungen heute zum Ziel und Mittel von Widerstandskulturen werden. Sie liefert damit nicht nur neue Ansätze für die stadt- und raumsoziologische Grundlagenforschung, sondern lotet zugleich Potentiale zeitgenössischer Formen von Kritik aus.

Download Text: Doing Leipzig. Räumliche Mikropolitiken des Dazwischen

Link zum Verlag